Kirschlorbeer

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Die Lorbeerkirsche ist ein sehr beliebter immergrüner Strauch der in vielen Gärten anzufinden ist.Fälschlicherweise wird sie im Handel meist als Kirschlorbeer bezeichnet, um eine Verwandschaft zum edleren Gewürzlorbeer zu suggerieren. Die Blätter ähneln zwar dem Lorbeer, sind aber kein Gewürz sondern sogar giftig!  Tatsächlich gehört sie zur Familie der Rosengewächse und ist nicht mit dem Lorbeer verwandt. Häufig wird sie als immergrüne Hecke gepflanzt, um einen dauerhaften Sichtschutz zu gewährleisten. Googelt man den "Kirschlorbeer" unter seiner bekanntesten Benennung, findet man zahlreiche Angebote, wo man ihn günstig erwerben kann und Tipps, wie man ihn am besten pflanzt und pflegt. Wenig bekannt sind hingegen die Fakten, die seine Giftigkeit und seine Umweltproblematik betreffen. Nicht umsonst steht die Lorbeerkirsche auf der schwarzen Liste der invasiven Neophyten.
Nimmt man aber einmal die sehr gut recherchierten Artikel bei Wikipedia über die Lorbeerkirsche oder beim Naturschutzbund NABU zur Kenntnis, beginnt man anders über diese zu Unrecht beliebte Giftpflanze zu denken.

So warnt der NABU etwas plakativ:
"Eine Betonmauer ist für die Natur wertvoller! Der NABU warnt vor Kirschlorbeer. Der Kirschlorbeer erfreut sich großer Beliebtheit in allen „ordentlichen“ Gärten. Der NABU warnt jedoch vor der „hochgiftigen, ökologischen Pest“, die dieser Strauch für die Natur darstellt."

Im Wikipedia Artikel wird die Lorbeerkirsche als immergrüner Strauch oder Baum beschrieben, der eine Wuchshöhe von bis zu 7 Metern erreichen kann.Wegen seiner Wuchsfreudigkeit gilt er als für kleine Gärten ungeignet. Er muss regelmäßig stark beschnitten werden, da er sonst schnell einen sehr großen Standraum belegen kann. Laut Nachbarschaftsrecht muss die Lorbeerkirsche, wie alle anderen stark wachsenden Gehölze auch, einen Mindestabstand von 1 m zu Grundstücksgrenzen aufweisen.

Die  frischen reifen Früchte der Lorbeerkirsche schmecken süß mit einem leicht bitteren Nachgeschmack. Die darin enthaltenen Samen enthalten Prunasin, das im Magen giftige Blausäure entwickeln kann. Insgesamt enthalten alle Pflanzenteile von der Wurzel bis zur Blattspitze Prunasin und sind giftig. Im Jahr 2013 wurde der Kirschlorbeer zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Die aus Kleinasien eingeschleppte Pflanze gilt heute als unerwünschter invasiver Neophyt, da sie durch die Verbreitung der Samen mit dem in die freie Natur entsorgten Heckenschnitt sich dort unkontrolliert ausbreitet und heimische Kräuter und Pflanzen verdrängt. Sie hat in unserer Umgebung keinerlei ökologischen Nutzen, kann aber bei Mensch und Tier zu Vergiftungen führen und heimische Pflanzenarten verdrängen.

Man sollte es sich also dreimal überlegen, ob man sich dieses Gewächs in seinen eigenen Garten pflanzt, vor allem, wenn kleine Kinder oder Haustiere damit in Berührung kommen können. Wenn man sich für Naturschutz einsetzt, gehört die Lorbeerkirsche sowieso auf  die TABU-Liste.

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